030 823 40 24

Vor allem bei Kindern gehört Neurodermitis zu den häufigsten Hautkrankheiten, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Obwohl sie nicht ansteckend oder gefährlich ist, leiden die Betroffenen oft sehr unter der Erkrankung.

Neurodermitis entsteht, wenn das eigene Immunsystem zu ausgeprägt auf Einflüsse aus der Umwelt reagiert. Meist handelt es sich dabei um eigentlich harmlose Allergene, die in Nahrungsmitteln, Pollen oder auch Kleidungsstücken zu finden sind. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bis heute unbekannt. Forscher gehen jedoch von einer genetischen Komponente aus, die bei der Entstehung eine große Rolle spielt.

Symptome der Neurodermitis

Es gibt Symptome, die für die Neurodermitis typisch sind, jedoch auch bei ähnlichen Hauterkrankungen auftreten können. Daher sollte stets eine Untersuchung beim Arzt erfolgen. Zu den gängigen Merkmalen gehören

  • gerötete, trockene Hautstellen, die sich rau anfühlen
  • Schuppenbildung der Haut
  • Bläschenbildung, nässende Blasen
  • ein ausgeprägter Juckreiz

Neben den hauptsächlichen Symptomen werden auch die Funktionen der Haut eingeschränkt: Schweiß kann sich an den betroffenen Stellen nur noch schwer bilden, die Hautdurchblutung wird vermindert und die Temperaturregelung gerät durcheinander.

Diagnose

Dem Arzt stehen viele Mittel und Wege zur Verfügung, um eine Neurodermitis festzustellen. Meist erfolgt zuerst eine Befragung, in der festgestellt wird, ob es in der Familie weitere Personen mit Neurodermitis-Erkrankungen gibt, ob schon Allergien bekannt sind oder ob ernährungsbedingte und psychosomatische Auslöser als Ursprung der Neurodermitis in Frage kommen.

Anschließend können verschiedene Hauttests und Blutuntersuchungen folgen. Über die Haut wird meist ein umfangreicher Allergie-Test durchgeführt, während im Blut nach Abwehrstoffen gesucht wird, die die Entzündung der Haut hervorrufen können.

Behandlungsmöglichkeiten

Inzwischen konnten Forscher ein umfangreiches Behandlungskonzept erstellen, das auf zwei verschiedenen Methoden basiert, die miteinander kombiniert werden. Dazu gehört die Basistherapie und die eigentliche Behandlung der Entzündung.

Im Rahmen dieser Therapie gilt es, die Haut sowohl mit Feuchtigkeit und Fett zu versorgen, damit diese eigene Abwehrfähigkeiten entwickeln kann und auch langfristig ein körpereigener Abwehrschild gegen die Erkrankung ermöglicht wird. Gleichzeitig jedoch muss die bereits vorhandene Hautentzündung behandelt werden. Dazu stehen dem Arzt zahlreiche Medikamente zur Verfügung, zum Beispiel Cremes, Salben oder Emulsionen, aber auch Tabletten kommen in Frage. Diese Behandlung soll nicht nur den aktuellen Ausbruch beenden, sondern auch langfristig gegen weitere Schübe vorbeugen.

Verlauf

Der Verlauf lässt sich nur schwer vorherbestimmen, da dieser bei jeder Person variiert. Wenn die Neurodermitis im Kindesalter beginnt, kommt es häufig vor, dass diese von selbst „auswächst“ und in älteren Jahren nicht mehr auftritt.

Bei erwachsenen Betroffenen kommt es meist mal zu schwachen, mal zu ausgeprägten Schüben. Da eine Behandlung nur bedingt möglich ist, sollte man frühzeitig mit einer umfänglichen Therapie beginnen, die mitunter auch psychotherapeutisch durchgeführt werden sollte, um trotz dauerhafter Erkrankung die Lebensqualität des Betroffenen sichern zu können.

Vorbeugung

Da die genauen Ursachen der Neurodermitis bis heute unbekannt sind, ist es nur schwer möglich, der Erkrankung vorzubeugen. Bei sehr jungen Kindern in den ersten Lebensmonaten empfiehlt sich ein konsequentes Stillen, um das Kind so lange wie möglich vor jeglichen Fremdeinflüssen zu bewahren.

Bei allen älteren Betroffenen, egal ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener empfiehlt es sich, die auslösenden Faktoren zu finden – Betroffene merken meist schnell, durch welche Stoffe Neurodermitis-Schübe ausgelöst oder begünstigt werden. Diese sollten im Anschluss möglichst aus dem Alltag des Erkrankten entfernt werden. Dazu können gehören:

  • Pollen, Hausstaubmilben
  • Allergieauslösende Nahrungsmittel (Nüsse, Weizen, Milch…)
  • Klimatische Einflüsse (zu viel Hitze oder Kälte)
  • Infektionen allgemein
  • mechanische Reizungen der Haut

Bei den ersten Anzeichen sollte zusätzlich mit hypoallergenen Feuchtigkeitscremes sowie Cremes, die feuchtigkeitsbindenden Harnstoff enthalten, behandelt werden. Im Fall von stärkeren Entzündungszeichen oder bei Ekzemen sollte immer der Hautarzt zu Rate gezogen werden.