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Die häufigsten Hautinfektionen

Hautinfektionen bezeichnet man gemeinhin auch als infektiöse Dermatosen. Unter diesem groben Begriff fasst man alle Erkrankungen zusammen, die die Haut und sekundäre Körperregionen (wie Haare, Nägel, Drüsen…) betreffen. Die häufigsten Krankheitserreger sind Bakterien, Pilze, Parasiten und Viren. Je nach Ursprung der Hautinfektion unterscheiden sich sowohl die Symptome, als auch die Behandlungsmöglichkeiten.

Bakterielle Hautinfektionen

Bakterielle Hautinfektionen werden in den häufigsten Fällen durch zwei verschiedene Erreger ausgelöst: Staphylokokken oder Streptokokken. Beide Krankheitserreger befallen unterschiedliche Körperregionen und sorgen so auch für verschiedene Erkrankungen. Staphylokokken sind meist der Ursprung eitriger Entzündungen an den Haar- und Talgdrüsenfollikeln sowie den Schweißdrüsen. Als Folge entstehen nach einer Infektion Furunkel oder Abszesse an den betroffenen Stellen. Ferner können Staphylokokken auch für Nagelbettentzündungen verantwortlich sein.

Streptokokken dagegen sind meist der Ursprung rein oberflächlicher, aber stetig fortschreitender Geschwüre der Haut – dazu zählen unter anderem Eiterflechte oder Wundrose. Aber auch andere Bakterien können Hauterkrankungen auslösen oder begünstigen. Bakterielle Infektionen der Haut treten vor allem bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem auf.

Da die Symptome einer bakteriellen Hautinfektion vielfältig sein können, sollte diese beim Arzt untersucht werden, um die exakten Erreger feststellen und so effektiv mit Antibiotika behandeln zu können. Eine Selbstbehandlung empfiehlt sich hier nicht.

Virale Hautinfektionen

Die bekannteste Hautinfektion, die auf virale Erreger zurückzuführen ist, ist Herpes. Schätzungen zufolge geht man davon aus, dass rund 90 % der Menschheit das Virus in sich tragen. In vielen Fällen kommt es zu einem intensiven Erstausbruch – im Anschluss zieht sich das Virus in die Nervenknoten zurück und überlebt dort, geschützt vor den Immunzellen des Körpers, ebenso lange wie sein Wirt. Die bekanntesten Krankheiten die daraus resultieren sind Lippenherpes und Genitalherpes – beide ausgelöst durch Herpes simplex. Aber auch Gürtelrose und Windpocken zählen zu den Viruserkrankungen.

Einen Herpes-Ausbruch erkennt man an der Bildung von Bläschen im betroffenen Gebiet, die nach einigen Tagen aufplatzen und wunde Stellen zurücklassen. Da die enthaltene Flüssigkeit hochansteckend ist, sollte man jegliche Berührung mit den betroffenen Stellen meiden und die Bläschen keinesfalls aufstechen oder daran kratzen.

Pilzerkrankungen

Hauterkrankungen, die durch einen Pilz ausgelöst werden, nennt man Dermatomykosen. Es gibt zahlreiche, verschiedene Pilze, die unterschiedliche Symptome hervorrufen. Diese fasst man unter dem Begriff Dermatophyten zusammen. Meist geht mit einer Erkrankung ein sehr intensiver Juckreiz einher, ebenso wie Hautrötungen (meist kreisförmig) und mitunter eine leichte bis mittelschwere Bläschenbildung. Nagel- und Fußpilz gehören zu den am weitesten verbreiteten Nagelkrankheiten unserer Bevölkerung.

Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem treten auch immer häufiger Hefepilzerkrankungen, darunter vor allem Candidosen, auf. Man vermutet hinter den immer häufiger werdenden Candidosen, insbesondere jenen im Genitalbereich, eine Nebenwirkung der zahlreichen Antibiotikagaben.

Pilzerkrankungen sind bei Körperkontakt oder Berührung mit kontaminierten Gegenständen ansteckend, können aber leicht mit Antimykotika-Cremes behandelt werden.

Parasitärer Befall und infektiöse Mückenstiche

Natürlich kann auch ein Befall mit Parasiten zu einer Hautinfektion führen. Die häufigsten Auslöser sind in diesem Fall Läuse und Zecken. Aber auch Milben und Würmer können mitunter für schwere Hauterkrankungen verantwortlich sein.

Auch durch einen Mückenstich können Krankheiten übertragen werden, die zu Hautinfektionen führen. Sollte das saugende Tier mit Krankheitserregern infiziert sein, kann es zu Hautrötungen und Schwellungen kommen, die sich mitunter entzünden können. Die daraus resultierenden Krankheiten treten jedoch meist nur bei Personen mit einem schlechten Immunsystem auf.

Der Gang zum Arzt

Meist werden Hautinfektionen jeder Art im Vorfeld mit Hausmitteln oder frei verkäuflichen Medikamenten selbst behandelt. Wenn diese jedoch keine Wirkung zeigen oder sich die Infektion rasch ausbreitet und vergrößert, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Auch bei folgenden Symptomen im Zusammenhang mit der Hauterkrankung empfiehlt sich ein umgehender Besuch beim Arzt:

  • wenn Blasen oder Eiterpusteln auftreten
  • bei Erbrechen, Übelkeit oder Fieber
  • bei schweren Schmerzen
  • bei Durchblutungsstörungen im betroffenen Sektor der Haut
  • wenn die betroffene Stelle einen unangenehmen Geruch entwickelt
  • wenn die Hautinfektion wiederholt auftritt